Geschichte
1853 begann Jan van de Griendt, Ururgroßvater des derzeitigen Vorstandes, mit Abtorfung im Moorgebiet südlich von Eindhoven, NL („de Peel“). Er war Ingenieur für Wasserwirtschaft sowie Hersteller von Kunstbutter (Margarine) und Ziegelsteinen. Zum Brennen seiner Ziegelsteine suchte er seine eigene Energiequelle. Die Helenaveen- Gesellschaft (benannt nach seiner Ehefrau) begann mit einem Stammkapital von 1 Mio. niederländischen Gulden (NLG) mit dem Erwerb wilder Moorflächen und dem Bau notwendiger Infrastruktur. Es wurden viele Kilometer Kanal (der Helenavaart) für die notwendige Entwässerung und den Abtransport von Brenntorf gegraben. Um dem Personal Unterkunft zu gewähren wurde das Dorf Helenaveen gegründet.
Zwei seiner Söhne, Joseph und Eduard, führten das Geschäft fort. Im Jahr 1885gründeten sie das heutige Dorf Griendtsveen. Sie kauften und pachteten auch sehr große Flächen Ödland in der „Peel“ und investierten große Summen in die Infrastruktur. Das Dorf Griendtsveen befand sich bis 1963 vollständig im Besitz des Unternehmens. Ging es in der ersten Generation (Jan van de Griendt) vor allem um Energie und damit um den Schwarztorf, verdiente die zweite Generation ihr Geld insbesondere mit Weißtorf für Einstreu in Stallungen für Pferde und Hühner. Der Umsatz stieg so beachtlich, dass Eduard und Joseph die Produktion erheblich erweiterten. In den Niederlanden begann man sich für das Bourtanger Moor (Amsterdamsche Veld und Hoogeveen) und die Provinz Overijssel (Dalerveen) zu interessieren.Auch gingen die Brüder über die Grenze nach England und nach Deutschland, wo im Jahre 1901 die Griendtsveen Torfstreu AG gegründet wurde. In Deutschlandwurde ca. 600 ha Moor in Schöninghsdorf gekauft und später 1.200 ha von der Stadt Papenburg gepachtet. Um diese enorme Ausweitung zu finanzieren wurde britisches Kapital herangezogen und der Sitz der Gesellschaft für eine Zeit nach London verlegt.

Im Jahr 1919 entschieden Joseph und Edward das Unternehmen aufzuteilen. Edward blieb in der „Peel“, wo das Unternehmen schrittweise zu einem großen landwirtschaftlichen Betrieb umgewandelt wurde.
Joseph setzte den Betrieb im Nordosten der Niederlande, England und in Deutschland fort. Um die Finanzierung zu gewährleisten übernahm der niederländische Tabakhändler G.L.M van Es einen Anteil von 50%.


Unterdessen änderte sich das Straßenbild durch Antreffen erster Autos drastisch. Die Pferde verschwanden, und das hatte einen großen Einfluss auf den Umsatz.Damit hatte es die dritte Generation nicht einfach. Die beiden Söhne von Joseph, Henri und Jan Paul, sahen den einst so lukrativen Torf-Markt erheblich schrumpfen. In Anbetracht der Zunahme von Kohle und Öl wurden auch die Absatzmöglichkeiten von Schwarztorf schlechter. Aus diesem Grund, aber auch durch zunehmende Mechanisierung ging die Anzahl der Belegschaft zurück.
Die dritte Generation entschied sich für eine weitere Aufspaltung des Unternehmens. Henri, der Großvater des heutigen Vorstandes, führte die Griendtsveen Torfstreu AG alleine. Purit (später Norit) war ein langjähriger wichtiger Kunde für die Abnahme von Schwarztorf (Presstorf). In der Fabrik in Klazienaveen (Gemeinde Emmen) wurde der Schwarztorf - wie auch heute noch - zu hochqualitativer Aktivkohle aufgewertet. Der Weißtorf wurde vom Torfstreuverband (jetzt Floragard) in Oldenburg vermarktet und fand seinen Weg in private Gärten, öffentliche Grünflächen und später in den professionellen Gartenbau.
Der
Schwiegersohn von Henri van de Griendt, Dr. Jaak van Berckel, bildete die
vierte Generation in der Torf-Branche. Er wurde mit einer sich wandelnden politischen
Ansicht konfrontiert. Wurde früher der Torf als (agrartechnisches) wertloses Ödland
gesehen, rückt jetzt mehr und mehr die Natur in den Vordergrund. Auf der
Vermarktungsseite fand eine Veränderung statt und Griendtsveen konzentrierte sich
zunehmend auf die Vermarktung von hochwertigen Rohstoffen. Damals waren die
niederländischen Torfhändler Bol und De Baat Großkunden.
Der
heutige Vorstand, Guus van Berckel, bildet die fünfte Generation und ist seit
1994 bei Griendtsveen angestellt. Unter seiner Leitung wurde die Produktion von
Presstorf in Schöninghsdorf zu
Torfprodukten für den Gartenbau verändert. Dies hatte ein Ende der Lieferungen
an Norit zur Folge. Die gesamte Produktion von Griendtsveen, sowohl Schwarz-
als auch Weißtorf, wurde für den grünen Sektor, insbesondere für den
professionellen Gartenbau, vorgesehen.Die Produktionsstandorte von Griendtsveen wurden fast alle mit dem RHP- Gütezeichen
versehen. Die Torfreserven wurden durch die Übernahme des Torfwerks Edewecht im
Jahre 1994 und des Torfwerks Brinkmann im Jahre 1998 erweitert.
